DIA-Report Nr. 1

11.08.2017

Allgemeine Informationen

Halbjahresbericht Investitionsgarantien erschienen: Garantievolumen weiterhin hoch

Im ersten Halbjahr 2017 wurden neue Investitionsgarantien in Höhe von 467,2 Millionen Euro (Kapital und Erträge) übernommen. Das Garantievolumen fiel damit erheblich geringer aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2.663,3 Millionen Euro). Diese Entwicklung erklärt sich insbesondere durch das weitgehende Fehlen von Großprojekten im Berichtszeitraum, was jedoch eine zufällige Momentaufnahme darstellt. 

Die im Verhältnis zum Vorjahreszeitraum sogar um rd. 5 % gestiegene Anzahl der offenen Anträge (von 313 auf 329) auf ein Gesamtvolumen von 7,1 Milliarden Euro verdeutlicht hingegen die weiterhin konstant hohe Nachfrage. Dabei konnten auch zum ersten Mal nach Jahren wieder Garantien für Investitionen auf den Philippinen übernommen werden.

Das Interesse deutscher Investoren am Absicherungsinstrument ist insbesondere auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen unverändert hoch. 29 % aller Antragsteller im ersten Halbjahr 2017 zählten zu dieser Unternehmensgröße. Regionaler Schwerpunkt bei den genehmigten Anträgen war China vor Kolumbien, Russland, Indien und der Türkei. Die Türkei nahm auch die Spitzenposition beim neu registrierten Antragsvolumen von 629 Millionen Euro ein. Erstmalig taucht hier auch der Iran unter den TOP-5-Ländern auf.

Bei den Zielbranchen nahmen gemessen an der Zahl der genehmigten Anträge erneut die Wirtschaftszweige der verarbeitenden Industrie die führende Stellung (73 %) ein. Hierbei dominierten Vorhaben der Bauindustrie sowie der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Das Obligo des Bundes aus bestehenden Garantien belief sich Mitte des Jahres 2017 auf 36,0 Milliar-den Euro und lag damit immer noch auf sehr hohem Niveau, aber leicht unter dem Wert zum Jahresende 2016. Den Halbjahresbericht 2017 „Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland“ mit ausführlichen Informationen – auch zur Aktualisierung des Prüfverfahrens für Umwelt-, Sozial und Menschenrechtsaspekte sowie zu den maßgeblichen Neuerungen der Länderdeckungspraxis finden Sie in deutscher und englischer Sprache hier

Sustainability: Verfahren zur Prüfung von Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsaspekten überarbeitet

Umweltbezogene, soziale und menschenrechtliche Auswirkungen eines Projektes stellen im Entscheidungsprozess des Bundes einen wichtigen Aspekt der Förderungswürdigkeit eines Garantieantrags dar. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene – zu nennen ist hier beispielsweise der Nationale Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“ der Bundesregierung -  wurde auch im Bereich der Investitionsgarantien das Verfahren zur Beurteilung dieser Aspekte mit Wirkung zum 1. Juli 2017 überarbeitet.

Hieraus ergeben sich Änderungen im Antragsverfahren. Das angepasste Antragsformular und Merkblatt zum Thema Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsaspekte finden Sie im Download-Bereich. Darüber hinaus steht Ihnen unser Ansprechpartner Pablo von Waldenfels gerne zur Verfügung.

Über den Tellerrand geschaut

Halbjahresergebnis: Bund sichert Geschäfte in Höhe von 7,7 Mrd. Euro ab

Die Bundesregierung hat im ersten Halbjahr 2017 Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7,7 Mrd. Euro mit Exportkreditgarantien abgesichert. Gut drei Viertel der gedeckten Geschäfte ging in Schwellen- und Entwicklungsländer.

Russland, die Türkei und China, traditionell bedeutende Märkte für hermesgeckte Exportgeschäfte, waren erneut die Länder mit den höchsten Deckungsvolumina. Auf Platz eins rangierten die Vereinigten Staaten. Ausschlaggebend hierfür ist die Deckung eines Kreuzfahrtschiffes.

Die Entschädigungszahlungen summierten sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 211,3 Mio. Euro. Diese waren nahezu ausschließlich wirtschaftlich bedingt.

Nähere Informationen zum Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres finden Sie auf www.agaportal.de.